Rotkehlchen
Quelle: NABU
1. Kurzbeschreibung
Mit seiner orangefarbenen Brust ist der zutrauliche Vogel leicht zu erkennen. Der Gesang ist eine Abfolge hoher Töne, die in einer „perlenden“ Strophe enden.
Wer im eigenen Garten das Beet umgräbt, der hat schnell ein Rotkehlchen an seiner Seite. Es sucht in der aufgeworfenen Erde nach Würmern, Schnecken, Spinnen und Insekten. Aber auch auch außerhalb unserer Gärten lässt es sich oft gut beobachten.
2. Aussehen
Mit seiner orangen Brust und Kehle ist das Rotkehlchen unverwechselbar. Der Bauch ist hell, Schwanz, Hinterkopf und Rücken sind braun gefärbt. Die Geschlechter sind nicht zu unterscheiden, aber das Alter: Jungen Rotkehlchen fehlt die orange Färbung, ihre Brust ist braun geschuppt.
- Körperlänge 14 cm
- Flügelspannweite 20 - 22 cm
- Gewicht 16 - 22 g
3. Verhalten
Beim Umgraben eines Beetes kommt das Rotkehlchen oft erstaunlich nah, um in der aufgewühlten Erde nach Fressbarem zu suchen. Außerhalb von Gärten folgt es auch größeren Säugern wie Wildschweinen, um auch hier Nahrung aus der aufgeworfenen Erde zu picken.
4. Lebensraum
Das Rotkehlchen fühlt sich in Wäldern, Parks und Gärten zu Hause. Auch offene Landschaften wie Felder bewohnen die Rotkehlchen, solange es Sträucher zum Brüten gibt.
5. Nestbau, Eier, Brutverhalten
Napfförmiges Nest, gut getarnt in Bodennähe zwischen Wurzeln, im Gras, oder in Erdlöchern
Eier: gelblich mit braunen Punkten
Gelege: 4-6
2 Bruten im Jahr April bis August
Bebrütungsdauer: 13 – 14 Tage
6. Gefährdung
Rotkehlchen sind nicht gefährdet
7. Nahrung
Es ernährt sich von Kleintieren, die es meist hüpfend am Boden jagt. Diverse Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken stehen ganz oben auf dem Speiseplan. Im Spätsommer und Herbst fressen Rotkehlchen auch Beeren und andere weiche Früchte.
8. Zugverhalten
Rotkehlchen sind in Deutschland Teilzieher. Einige Vögel bleiben das gesamte Jahr über in unseren Breiten, andere ziehen kurze Strecken in wärmere Gefilde.
9. Stimme
Ein kurzes und hartes „tick“ oder ein hohes „siiip“ geben sie besonders bei Beunruhigung von sich. Schwieriger zu beschreiben ist ihr Gesang: Er startet mit einer Reihe hoher, feiner Töne und endet in einer Folge „tröpfelnder“, „perlender“ Elemente. Das klingt etwas traurig oder wehmütig und ist auch im Herbst, Winter sowie nachts zu hören.
Auch das Weibchen kann singen. Es singt zwar sehr ähnlich wie das Männchen, aber leiser und seltener. Einige Singvogelweibchen beginnen nach dem Wegzug in Afrika zu singen, weil sie dort ihr eigenes Revier gründen. Rotkehlchenweibchen nehmen sich jedoch zuweilen ein Winterrevier nahe ihrem Brutplatz und verteidigen es mit stärker werdendem Gesang.
10. Was kann ich tun?
Verzichten Sie auf monotone Steingärten oder asphaltierte Wege. In einem etwas unaufgeräumten, strukturreichen Garten fühlen sich Rotkehlchen pudelwohl. Pflanzen Sie dichte Hecken und lassen Sie den Efeu an der Hauswand wachsen, um den hübschen Singvögeln einen Brutplatz zu bieten.
Übrigens:
Das Rotkehlchen ist berühmt für seine in Europa einmalige Unerschrockenheit. Bis auf einen Meter gesellt es sich auch völlig fremden Menschen zu. Doch es ist vermutlich nicht das Faszinosum Homo sapiens, welches die Aufmerksamkeit des großäugigen Vögleins erregt. Vielmehr hält es aktiv Ausschau nach großen Tieren, weil diese für gewöhnlich nicht nur viel Staub, sondern auch einige Insekten aufwirbeln, die dann vertilgt werden können. Rotkehlchenexperte Rudolf Pätzold vermutet sogar, dass bereits die jungen Rotkehlchen von ihren Eltern mit den Vorzügen großer Tiere vertraut gemacht und an diese herangeführt werden.