Breitflügelfledermaus

Quelle: NABU

1. Kurzbeschreibung

Die verhältnismäßig großen Breitflügelfledermäuse haben eine Spannweite von rund 36 Zentimetern. Ihren Namen verdankt diese Art ihren breiten gerundeten Flügeln. Ihre Silhouette ist gegen den dämmrigen Abendhimmel oft gut zu erkennen. Der langsame Flug mit ruhigem Flügelschlag bestimmt das Flugbild dieses gemütlichen Hausgenossen. Diese Fledermaus unternimmt keine schnellen Wendemanöver, um Beute aufzuspüren.

2. Aussehen
Das relativ lange Rückenfell mit einer variablen Braunfärbung, die gelbbraune Unterseite, das schwarze Gesicht und die kurzen dreieckigen, oben abgerundeten Ohren zeichnen die äußeren Merkmale der Breitflügelfledermaus aus.
3. Verhalten

Zwischen den Sommer- und den Winterquartieren wird meistens nur eine Distanz von unter 50 km zurückgelegt. Wenn im Herbst die Tage kürzer werden und die nahrungsarme Jahreszeit beginnt, ziehen sich die Breitflügelfledermäuse in ihre Winterquartiere zurück. Winterquartiere können Spalten an und in Gebäuden, Dachböden, Mauerwerk oder Verkleidungen, aber auch unterirdische Höhlen und Stollen sein. Dabei sind sie häufig alleine, selten in Gruppen anzutreffen. Sie bevorzugen im Gegensatz zu den meisten anderen Fledermausarten eine niedrige Luftfeuchtigkeit und eine Temperatur von 2°C bis 4°C, was auf eine hohe Unempfindlichkeit gegen Kälte schließen lässt..

4. Lebensraum

Die Breitflügelfledermaus ist eine unserer größten Fledermäuse und recht weit verbreitet. Dennoch sind die Kenntnisse, insbesondere zur Überwinterung, aufgrund ihrer versteckten Ruheplätze vergleichsweise gering.

Die Breitflügelfledermaus ist eine typische Gebäudefledermaus, die in Deutschland ihre Quartiere im Sommer fast ausschließlich an und in Gebäuden bezieht. Dabei leben die Tiere meist sehr gut versteckt (z.B. hinter Wandverkleidungen unterschiedlichster Art, im Zwischendach, in Dehnungsfugen). Sie besiedelt mitunter sogar Großstädte, wenn die Nahrungsversorgung durch entsprechende Anteile an Grünanlagen gewährleistet ist. In Siedlungen kann sie häufig bei der Jagd um Straßenlaternen beobachtet werden

Die Breitflügelfledermaus ist sehr ortstreu und nutzt jedes Jahr dieselben Wochenstubenquartiere. Männchen hängen überwiegend einzeln, hin und wieder mit anderen Arten vergesellschaftet oder gelegentlich im Wochenstubenquartieroder nutzen gelegentlich Baumhöhlen.

5. Nestbau, Eier, Brutverhalten

Bis Ende Mai sind alle Weibchen der Breitflügelfledermaus aus den Winterquartieren zurück in den Wochenstuben, wo Sie Mitte Juni ihre Jungen gebären. Eine Wochenstubenkolonie besteht bei Breitflügelfledermäusen aus 10 bis 60 weiblichen Tieren. Männchen sind dort nicht geduldet. In der Regel bringt eine Breitflügelfledermaus nur ein Junges zur Welt. Die Aufzucht der Jungen findet in den Monaten Juni und Juli statt. Bereits mit sechs Wochen sind die Jungtiere erwachsen und fliegen mit den Alttieren zur Jagd aus.

 

6. Gefährdung

Alle heimischen Fledermausarten sind als besonders schützenswert eingestuft und gelten somit in Deutschland als „streng geschützte Arten“.

Die Breitflügelfledermaus steht unter Naturschutz. Eines der Hauptprobleme für die heimischen Fledermäuse ist der Mangel an geeigneten Tages- und Winterschlafquartieren sowie an Quartieren für Wochenstuben, in denen die Jungtiere zur Welt kommen und vom Muttertier gepflegt werden, bis sie selbständig sind.

7. Nahrung
Die Breitflügelfledermaus ist eine Kulturfolgerin und nutzt das Insektenangebot an Straßenlaternen. Der ultraviolette Anteil im Lichtspektrum lockt zahlreiche Insekten wie Nachtfalter und Käfer an und bereitet für insektenjagende Fledermäuse einen reich gedeckten Speisetisch. Aber auch im Offenland (bevorzugt über beweidetem Grünland), entlang von Baumreihen, an Waldrändern und nahe von Baumgruppen/Einzelbäumen sucht sie Beute. Meist werden auf dem Flug in die Jagdgebiete feste Flugrouten genutzt. Die Entfernung vom Quartier zu den Jagdgebieten beträgt bis zu12 km.

Die Nahrung besteht überwiegend aus bodenlebenden oder schlüpfenden Käfern, Maulwurfsgrillen, größeren Käfern,jahreszeitlich und regional aber auch aus Nachtfaltern, Zweiflüglern, Hautflüglern und Wanzen.

 

9. Stimme
Aufgrund ihrer leistungsfähigen Ultraschallechoortung entgeht den Breitflügelfledermäusen aber nur selten ein Beuteinsekt.
10. Was kann ich tun ? 

Konkret hilft den Breitflügelfledermäusen wenn Sie im Garten auf Insekten- und Pflanzenvernichtungsmittel verzichten und vorzugsweise heimische Stauden und Gehölze verwenden.