Gartenbaumläufer

Quelle: NABU

1. Kurzbeschreibung

Der winzig kleine Gartenbaumläufer ist gut getarnt. Oft entdecken wir ihn erst, wenn er vom Baumstamm, an dem er gerade noch senkrecht herumturnte, auffliegt. Am besten ist er von seinem Verwandten, dem Waldbaumläufer, an der Stimme zu unterscheiden. Der kleine Baumläufer hat sich mit seinen langen Krallen und dem spitzen Schnabel an das Leben in der Senkrechten angepasst. In der Rinde sucht er entlang des Baumstamms nach Nahrung.

2. Aussehen
Der kleine kompakte Baumläufer ist an der Oberseite dunkelbraun mit feinen weißen Flecken, die Unterseite ist weiß. Zum Schwanz hin wird der Bauch schmutzig graubraun. Der lange Schnabel ist leicht gebogen, die Hinterzehe verhältnismäßig kurz. Am Flügel ist ein gleichmäßig gestuftes hellbeiges Flügelfeld zu erkennen.
3. Verhalten
Bei der Nahrungssuche läuft der Gartenbaumläufer Baumstämme entlang. Er kann jedoch nur stammaufwärts, niemals abwärts laufen. Im Sommer bilden die Tiere oft kleine Gruppen, im Winter sind sie meist einzeln unterwegs. Wird es dem Vogel wintertags zu kalt, so kuschelt er sich mit Artgenossen zusammen.
4. Lebensraum

Gartenbaumläufer sieht man in Laubwäldern, Gärten, Parks und Dörfern, solange ausreichend alter Baumbestand für sie vorhanden ist.

5. Nestbau, Eier, Brutverhalten
In Baumspalten und unter loser Rinder baut der Gartenbaumläufer sein napfförmiges Nest aus Reisig, Halmen, Moos, Tierhaaren, ausgelegt mit Federn, Wolle, Rindenfasern.
Eier: weiß mit rotbraunen Flecken, ca 15 x 12 mm
Gelege: 5 – 6 Eier
1 – 2 Bruten im Jahr, März – August
Bebrütungsdauer: 15 Tage
6. Gefährdung

Gartenbaumläufer sind nicht gefährdet.

7. Nahrung

Seine Nahrung besteht vor allem aus Insekten und Spinnen, die er aus der Baumrinde pickt.

8. Zugverhalten
Gartenbaumläufer sind bei uns das ganze Jahr über heimisch.  
 
9. Stimme
Der Waldbaumläufer singt dünn und fein „si-si-drrrrr-si-drrr“ mit Schnörkel oder kleinem Triller am Ende. Auch hohe pfeifende „srri“-Rufe lässt er von sich hören.
Die Stimme des Gartenbaumläufers ist klar und durchdringend. Inbrünstig und wiederholt meldet er sich mit „tüüt-e-TIT“. Auch ein kurzes, wiederholtes „Tüt“ ist von ihm zu hören.
10. Was kann ich tun?

An Baumstämmen mit grober Borke finden Baumläufer ihre Nahrung. Wenn möglich, lassen Sie alte Bäume mit grober Rinde im Garten stehen. Darüber freuen sich nicht nur Gartenbaumläufer.

Übrigens:

In kalten Nächten schlafen Gartenbaumläufer in Gruppen und wechseln immer wieder die Position, sodass jeder mal den wärmsten Platz in der Mitte hat.
Alte Baumbestände vor allem von Obstbäumen ziehen den Gartenbaumläufer an. Möchten Sie ihn zu Gesicht bekommen, suchen Sie am besten eine Streuobstwiese auf. An sonnigen Tagen können Sie ihn schon im Februar rufen hören.