Großer Abendsegler
Quelle: NABU
1. Kurzbeschreibung
Der Große Abendsegler ist eine große Fledermausart. Er erreicht eine Körperlänge von 69 bis 82 mm, ein Gewicht von 19 bis 42 g und eine Spannweite von 360 bis 380 mm. Im Flug erscheint er so groß wie eine Amsel. Der Große Abendsegler wird aufgrund einer engen Bindung an höhlenreiche Altholzbestände den Waldfledermäusen zugeordnet.
2. Aussehen
3. Verhalten
Die Männchen verbringen die Zeit der Jungenaufzucht getrennt von den Weibchen einzeln oder in kleinen Gruppen (mit bis zu 20 Tieren). Die territorialen Männchen beziehen meist Baumhöhlen als Paarungsquartiere, in die sie die durchziehenden Weibchen mit „Balzgesängen“ locken.
4. Lebensraum
Der Große Abendsegler besiedelt in erster Linie Laubwälder, weniger häufig Kiefernwälder, Parkanlagen, baumbestandene Fluss- und Teichufer, Auwälder, Alleen und Einzelbäume im Siedlungsbereich. Er ist eine typische baumbewohnende Fledermausart. Sowohl die Wochenstubenquartiere als auch die Sommerquartiere der Männchen befinden sich in Baumhöhlen. Meistens findet man sie in nach oben ausgefaulten Specht-, Fäulnis- und durch Sturmschäden entstandenen Höhlen sowie in Stammaufrissen oder Borkenspalten. Inzwischen sind auch Quartiere in und an Gebäuden, hinter Außen- und Wandverkleidungen oder an Flachdachkanten bekannt. Gebäudequartiere werden mitunter als Sommer- und als Winterquartier genutzt
Im April/Mai finden sich die Weibchen in den Wochenstubenquartieren ein.
5. Nestbau, Eier, Brutverhalten
Ab Mitte Juni finden die Geburten statt. Die Weibchen bringen pro Jahr ein Jungtier zur Welt, häufig auch Zwillinge. Diese wachsen schnell heran und sind bereits nach drei bis vier Wochen flügge.
6. Gefährdung
Der Große Abendsegler ist wie alle europäischen Fledermausarten besonders streng geschützt. In der Roten Liste wird er als ungefährdet geführt.
Der Große Abendsegler scheint in erster Linie durch den Verlust von Baumhöhlen gefährdet zu sein. Auch Eingriffe in Natur und Landschaft, die die Jagdgebiete und/oder Quartiere beeinflussen, stellen eine Gefährdung dar.
7. Nahrung
8. Zugverhalten
Der Große Abendsegler zählt zu den Fernziehern. Sie wechseln zwischen den Fortpflanzungsgebieten, die im Bereich der neuen Bundesländer, Polens und Südschwedens liegen, zu den mitteleuropäischen Überwinterungsplätzen.
9. Stimme
Ortungsrufe sind vergleichsweise tief, etwa bei 20 kHz. Sie klingen wie ein metallisches hohes „zick, zick“.
10. Was kann ich tun ?
Das Anbringen von Fledermauskästen hilft als ein Ersatz für fehlende natürliche Quartiere in Wäldern, dort wo zum Beispiel Spechthöhlen in alten Bäumen fehlen.