Schwarzspecht

Quelle: NABU

1. Kurzbeschreibung

Größter Specht Europas! Sein wissenschaftlicher Gattungsname Dryocopus martius bedeutet so viel wie „kriegerischer Eichenhämmerer“.

2. Aussehen
Der etwa krähengroße Specht ist durch seine Größe und seine Färbung unverwechselbar. Er besitzt ein komplett schwarzes Gefieder und einen hellen, meißelförmigen Schnabel. Die Geschlechter unterscheiden sich durch ihren Scheitel, der beim Männchen komplett rot ist, während beim Weibchen nur der hintere Teil rot gefärbt ist.
Flug durch flatternde Flügelschläge und kurze, abfallende Gleitphasenleicht wellenförmig, meist von Rufen begleitet.
3. Verhalten
Er ist ein scheuer Bewohner großer Wälder, der jedoch durch seine Stimmfreudigkeit und seine Gestalt auffällt.
4. Lebensraum
Den Schwarzspecht kann man vor allem in alten Buch- oder Mischwäldern beobachten, aber auch in Nadelwäldern mit älteren Bäumen fühlt er sich zu Hause. Die Baumart ist weniger entscheidend, wichtiger sind die Größe des Waldes und das Vorhandensein von alten Bäumen (über 80 Jahre).
 
5. Nestbau, Eier, Brutverhalten
In alte Bäume zimmert er in 5 – 9 m Höhe eine Höhle mit ovalem Eingang, die er mit Holzspänen auspolstert. Hier legt das Weibchen drei bis fünf Eier.
Eier: weiß , 34 x 24 mm
Gelege: 3 – 5 Eier
1  Brut im Jahr
Bebrütungsdauer: 12 – 14 Tage
6. Gefährdung

Schwarzspechte sind nicht gefährdet.

7. Nahrung

Auf dem Speiseplan des Schwarzspechtes stehen baumbewohnende Insekten, vor allem Käfer und ihre Larven. Gerne liest er auch Ameisen vom Boden auf oder untersucht umgefallene Bäume nach Fressbarem. Gelegentlich nimmt er auch pflanzliche Nahrung zu sich.

8. Zugverhalten
Schwarzspechte sind Standvögel und daher auch im Winter in unseren Wäldern zu finden.
 
 
9. Stimme
Am auffälligsten ist der Gesang des Schwarzspechtes, der an das Lachen des Grünspechtes erinnert. Er hat aber einen verzögerten Anfang und klingt klagender: „kvoih-kvih-kvih-kvih“. Im Flug hört man gelegentlich ein hohes „krrück“, das einige Male wiederholt wird. Das Trommeln des großen Spechtes ist kräftig und über einige Kilometer hörbar.
 
10. Was kann ich tun?

Setzen Sie sich für den Schutz größerer Wälder und die Einrichtung von Nationalparks ein. Denn da wo Totholz nicht direkt aufgeräumt wird, fühlt sich der Specht am wohlsten.

Übrigens:

Viele Tiere sind von dem großen Specht abhängig, sie belegen die gezimmerten Baumhöhlen als „Nachmieter“., darunter zum Beispiel Waldkäuze, Kleiber, Baummarder und Siebenschläfer. Doch der Schwarzspecht kann nur da vorkommen, wo große Waldflächen noch zusammenhängen und Bäume alt werden dürfen. Hier kann man das laute Trommeln des eleganten Vogels noch hören. In Deutschland brüten etwa 50.000 Schwarzspecht-Paare, vor allem in Mittelgebirgsregionen fühlt er sich heimisch.