Bezirkswanderung des Schwarzwaldvereines, „Schätze unserer Nachbarn“

Auf den Spuren von Heinrich Hansjakob: Schriftsteller, Politiker, Priester

Auch 2025 war der Schwarzwaldverein Hausach wieder mit 16 Teilnehmern an der jährlichen Kulturwanderung „Schätze unserer Nachbarn“ beteiligt. Rund 60 Teilnehmer konnte Albert Schrempp in Haslach, von 11 SWV des Bezirkes Kinzigtal,  begrüßen.

Am Heinrich Hansjakob Denkmal von Armin Göhringer übernahm Hansjakob Experte Alois Krafzcyk die Führung. Er verstand es kurzweilig über das Leben von Hansjakob im Kinzigtal und darüber hinaus zu berichten. Er war ein Mensch „mit Ecken und Kanten“, was bei genauer Betrachtung sich im Denkmal widerspiegelte. In seinem Leben schrieb er über 70 Bücher mit einer Auflage von über 1 Million Exemplaren. Darunter Titel wie Höllenhund, Waldleute, Erzbauern, Meine Madonna uvm. Auf dem Weg nach Hofstetten sah man schon von weitem seine Grabkapelle und wir machten halt beim Landgasthaus „Drei Schneeballen“, an der ehemaligen Straßenverbindung übers Biereck nach Elzach gelegen. Hier verbrachte Hansjakob ab 1886 jedes Jahr seinen Urlaub und war immer ein gern gesehener Gast, der Hofstetten als sein „Paradies“ bezeichnete.

Von hier ging es kurz bergauf zur Grabkapelle mit Gruft auf der „Brand“, einer kleinen Anhöhe oberhalb mit einem schönen Blick auf Haslach. Der erzbischöfliche Baudirektor Max Meckel, Holzbildhauer Josef Dettlinger und Glasmaler Professor Fritz Geiges errichteten 1901-1903 ein Kleinod der sakralen Baukunst. Vor der Kapelle ließ er eine Sandstein Ruhebank errichten für die „Ruhe eines Ruhelosen“ wie es Hansjakob nannte. Weiter ging es bergauf zu der Quelle, die die schöne Brunnenanlage mit Madonna hinter der Kapelle speist. Über schmale Pfade führte der Weg durch den Bächlewald und wieder zurück nach Haslach zum „Freihof“, dem Alterssitz von Hansjakob. Er nannte es „Heimkehr um daheim zu bleiben bis zum Sterben und am Ende des Lebens frei von allen Zwängen zu sein“.

Schon vor dem Freihof konnten alle Teilnehmer erleben wie Alois Krafzcyk für das Thema Hansjakob brennt. Auch im Hansjakob-Museum konnte er ausdrucksvoll die verschiedenen Facetten und auch Widersprüche der Persönlichkeit aufzeigen. Anschaulich und mit Herzblut wurde uns seine Kindheit, Schulzeit, Priesterzeit, Gefängnisstrafen und auch seine Nervenkrankheit mit Selbsteinweisung in Illenau vorgetragen. Hansjakob war eben ein streitbarer Rebell im Priesterrock.

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Jean-Philippe Naudet mit langanhaltendem Beifall bei Alois Krafzcyk für den spannenden und umfassenden Überblick über das Leben und die Werke Hansjakobs und überreichte ihm als Dankeschön für seine gelungenen und umfassenden Ausführungen ein Präsent. Zum Ausklang kehrten die Hausacher noch gemeinsam in „Hausachs Blume“ ein. Alle waren der Meinung es hat sich gelohnt dabei zu sein, war doch ein großer Teil noch nie im Hansjakob-Museum „Freihof“.

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